Ferien für Tschernobyl-Kinder

Die Gruppe, die den Ferienaufenthalt für Kinder aus dem östlichen Weißrussland organisiert, arbeitet seit 1991/92 unter der Leitung von Pfarrer Krause-Isermann und später der Pfarrerinnen Homeyer-Mikin und Bentrop eng mit der Bundesarbeitsgemeinschaft „Den Kindern von Tschernobyl“ in Deutschland zusammen. Als damals nach und nach das ganze Ausmaß der Tschernobyl-Katastrophe bekannt wurde, knüpfte man Kontakte in das östliche Weißrussland zu Orten zwischen Mogilew und Gomel, wo 1986 die todbringende Wolke von Tschernobyl besonders starke Verstrahlungen verursacht hatte.

Diese Kontakte führten 1992 zu einer ersten Einladung von 30 Schülern der Schule in Swensk – im Alter von 11 und 12 Jahren - und 4 Betreuern, die per Flugzeug nach Frankfurt am Main kamen und dann 4 Wochen lang in Hiltruper und Amelsbürener Familien unbeschwerte Ferien verlebten.

Swensk ist ein Schuldorf im Rayon Slawgorod – 75 km südöstlich von Mogilew.

Bis 1997 ist die gleiche Schülergruppe jedes Jahr für 4 Wochen in Hiltrup und Umgebung bei evangelischen und katholischen Familien, die nach und nach wechselten, in den Ferien gewesen.

Seit 1998 sind andere Schüler und Schülerinnen der gleichen Schule –insgesamt immer 25 bis 30 Personen – bis zu diesem Jahr für 4 Wochen nach Hiltrup gekommen. Der Transport wird seit 1993 mit Bussen abgewickelt, die auf der Hin- und Rückfahrt Kindergruppen ins Münsterland und von dort zurück befördern.

Bisher ist es noch immer wieder gelungen, Gasteltern zu finden, denen im Nachhinein „ihre“ Kinder besonders ans Herz gewachsen waren. Manche Verbindungen sind über Jahre hinweg aufrecht erhalten worden. Der finanzielle Einsatz der Gemeinde für Transport, Taschengeld für Kinder und Betreuer und Aufwand für Spiele und besondere Veranstaltungen, der in all den Jahren aus Spenden und Kollekten aufgebracht wurde, lag jährlich bei etwa 6000,- bis 8000,-  €.

Der Ferienaufenthalt hat nicht nur die gesundheitliche Entwicklung der von der Verstrahlung immer noch stark gefährdeten Kinder positiv beeinflusst; er hat auch ganz sicher zur Verständigung mit dem weißrussischen Volk beigetragen. Das gilt auch für die vielen Gastelternreisen nach Swensk, die zwischenzeitlich durchgeführt worden sind.

Interessierte Gastfamilien können sich im Gemeindebüro oder bei den Pfarrern melden.

 

In 2018 pausiert das Projekt.